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Mein Hobby
Mein Hobby - Segeln
Wenn ich sage, dass ich Hobbysegler bin, dann
ist das etwas übertrieben, denn in den letzten Jahren war ich kaum noch auf dem
Wasser. Ich segel gern, allerdings nur Hochseeyachten, und habe wahrscheinlich
schon mehr Seemeilen auf meinem Konto als die meisten Hobby Hochseesegler (ca.
30.000 sm).
Denn ich bin bereits einmal um die Welt
gesegelt. Und zwar als Crew Mitglied bei der

BT Global Challenge 1996/97
Round the Word Yacht Race
"the worlds toughest yacht race"
Dadurch bin ich auch
Deutschlands erster Regatta
Weltumsegler in Ost-West-Richtung
Derzeit gibt es nur einen weiteren Deutschen,
der das gemacht hat. Ralph Weisener aus Hamburg. Er war bei der BT Global
Challenge 2000/01 als einziger Deutscher dabei.
Bei der aktuellen Global Challenge Regatta
2004/05 sind 4 Deutsche dabei.
- Birgit Obermüller (31) aus Bremerhaven,
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
- Jürgen Dieris (41) aus Kempen/Erkrath,
Technischer Angestellter
- Holger Bindel (32) aus Thüringen, er lebt
und arbeitet allerdings seit 7 Jahren in Norwich/England als Arzt für
Allgemeinmedizin
- Barbara Sturdy (39), wohnhaft seit vielen
Jahren in Hongkong
Ich werde über die Global Challenge Regatta
2004/05 ausführlich und live berichten. In welcher Art und Weise werde ich hier
noch bekannt geben. Derzeit bin ich noch auf der Suche nach Internet Plattformen
und Zeitschriften, die die Berichterstattung unterstützen. Ich werde aber auf
jeden Fall in Portsmouth/England beim Start am 3. Oktober 2004 und beim
Zieleinlauf am 17. Juli 2005 als Privatmann und als offizieller Presseberichterstatter dabei sein.
Mehr zu dieser Regatta hier auf meiner Seite.
Ich kenne alle 4 deutschen Teilnehmer
persönlich. Sollten Sie irgendwelche Fragen haben, Interviews mit den deutschen
Teilnehmern oder dem Regatta Veranstalter, Sir Chay Blyth bzw. Simon Walker und
andere, wünschen, dann
schreiben Sie bitte eine kurze Email an rainer@rainerseifert.de
und ich werde es gerne arrangieren.
Aber nun zurück zu mir. Wie kam ich zum
Segeln?
Ich
bin gebürtiger Schleswig-Holsteiner und man sollte vermuten, meine
Segelleidenschaft kommt daher. Weit gefehlt. Ich habe im Frühjahr 1992, mit 28,
als ich London lebte und arbeitete, zum erstenmal ein Segelboot betreten. Mein
damaliger Chef und guter Freund Charles Steadman, wir wohnten zusammen mit einem
dritten Programmierer in einer Art WG zusammen, war Hobby Segler und ich
begleitete ihn mal bei einem Wochenendtörn auf einer 32 Fuß Yacht in
Southampton/Südengland. Der Segeltörn gefiel mir so gut, dass wir fortan alle
paar Wochen einen Wochenendsegeltörn im Solent machten. Die 32 Fuß Westerly
Fulmars wurden uns mit der Zeit zu klein und wir charterten dann meistens 38 bis
43 Fuß Westerly Yachten. Meistens waren wir zu dritt oder zu viert.
Wir
hatten einen guten Kontakt zu unserem Vercharterer Pete, dem Inhaber von B.O.S.S
British Offshore Sailing School in Hamble. Am Rande der Southampton
Boat Show im September 1992 sprachen wir bei einem Bier über die
ex-Whitbread Round the World Yacht 'Maiden',
die unter Skipperin Tracy
Edwards mit einer reinen Frauencrew segelte. Die Yacht Maiden stand zum
Verkauf und mein Chef Charles interessierte sich für den Kauf der Yacht, denn
sie sollte unglaublich billig zu haben sein. Eine Woche später sagte er uns,
die schlechte Nachricht ist, die Yacht ist leider schon verkauft (für GBP
60.000, ca. € 90.000). Ein Spotpreis, wenn man bedenkt, dass sie sicherlich
€ 1 Million gekostet hat. Die gute Nachricht aber ist, der Neffe des Käufers
ist mein Segelschüler. Charles sagte prompt, dann sorge doch dafür, dass du
das Management für die Yacht bekommst.
Vier
Monate später, auf der London
Boat Show im Januar 1993, kamen wir zu seinem Stand und er begrüßte uns
gleich mit dem Satz: "Schön euch zu sehen, ich habe auf euch gewartet.
Ich habe das Management für Maiden bekommen und wir werden dieses Jahr mehrere
Regatten mitsegeln, unter anderem die Fastnet Regatta. Euch beide habe ich schon
in der Crew Liste eingetragen. Ihr müsst nur noch hier unterschreiben und einen
Scheck über GBP 2800 ausstellen."
So segelte ich in 1993 also etliche Regatten
auf einem echten Racer. U.a. das Channel Race, Round the Island Race und
natürlich die legendäre 5-tägige Fastnet
Regatta 1993.
Im September 1992 begann außerdem die British
Steel Challenge Regatta in Southampton. Eine Regatta mit 10 baugleichen,
speziell für die Regatta gebauten, 67 Fuß Stahlyachten, die "falsch
herum" um die Welt segeln wollten, also von Ost nach West, gegen Wind und
Wellen. Organisiert wurde es von Chay
Blyth, der 1971 als erster nonstop und einhand 'falsch herum' und die Welt
segelte (kurz nachdem Robin
Knox-Johnston als erster nonstop und einhand 'richtig herum' um die Welt
segelte). Die Regatta startete in meinem 'Heimathafen' Ocean
Village Marina in Southampton. Die gesamte Segelwelt und die Presse
erklärte Chay Blyth für verrückt und warf ihm vor, dass Leben von 140 Seglern
unverantwortungsvoll aufs Spiel zu setzen. Er aber zeigte es allen. Die Yachten
waren und sind auch noch heute die sichersten Hochseeyachten der Welt, die
zwei-jährige Ausbildung der Amateur Crew war und ist super und er legt auch
heute noch quasi die Sicherheits-Standards fest.
Ich
verfolgte die Regatta vom Start bis Ziel, kaufte am Tag vor dem Start ein
T-Shirt der Crew 'Nuclear Electric'. Und siehe da, sie gewannen überraschend,
obwohl die Favoriten Yacht 'Hofbräu Lager' unter Skipper Pete Goss war. Ja, Pete
Goss, der ein paar Jahre später Weltruhm bei seiner Teilnahme an der Vendee
Globe Challenge erhielt. Nicht nur durch die abenteuerliche, waghalsige und
ehrenhafte Rettung von Raphael Dinelli. Der Zieleinlauf der Global Challenge
Regatta war einfach nur super. An einem schönen, sonnigen Sonntag Nachmittag
trafen innerhalb weniger Stunden 8 Yachten nach einem 6-wöchigen Törn von
Kapstadt in Southampton ein.
Ich war dem Hochsee-Segelregatta-Sport
verfallen. Ich hätte gerne an der British Steel Challenge teilgenommen,
allerdings sollte es ein einmaliger Event werden. Wenige Monate später rief
Chay Blyth eine Wiederholung für 1996 aus. Leider lagen wenige Stunden nach der
Bekanntgabe im BBC Fernsehen über 2000 Anmeldungen für nur knapp 300 Crew
Plätze vor.
Teilnehmer der BT Global Challenge 1996/97
Im
Frühjahr 1995, ich war gerade einen Monat vorher nach Hamburg gezogen, las ich
in der englischen 'Yachting World' einen kleinen Artikel, dass für die BT
Global Challenge 1996/97 noch wenige Crew Plätze für nicht-englische
Teilnehmer zur Verfügung stehen, da der Sponsor BT
(British Telecom) mehr Internationalität wünschte. Ich zögerte nicht
lange und schon 2 Wochen später flog ich nach England, um mich persönlich bei
einem Gespräch mit Chay Blyth zu qualifizieren. Urplötzlich hatte ich nur noch
15 Monate bis Regattastart, war GBP 16.000 (ca. € 24.000) ärmer und trotzdem
überglücklich.
Von
nun an nutzte ich jede frei Minute, jeden zur Verfügung stehenden Urlaubstag
und jeden Pfennig für die Vorbereitungen zur Regatta. Ich nahm an drei
14-tägigen Trainingstörns in England teil, segelte im Sommer 1996 mehrfach bei
sogenannten Corporate Days mit Gästen von Sponsoren im Solent teil und
trainierte mit meiner zukünftigen Crew und unserem irischen Skipper Tom
O'Connor, inkl. einer 6-tägigen Global Challenge Fastnet Regatta. Wir lernten
das Segeln von Grund auf, übten alle nur möglichen Manöver zig Mal, machten
sicherlich über 100 Mann-über-Bord-Manöver, inkl. einer praktischen
Hubschrauber Rettung. Wir waren, wie fast alle 300 Teilnehmer, bestens
vorbereitet. Aber für eine solche Regatta, kann man nie gut genug vorbereitet
sein. Mein sicherlich sehr interessantes und spannendes Tagebuch der
9-monatigen Weltumsegelung kann man hier nachlesen.
   Während
der Regatta lernte ich viele große Segel Persönlichkeiten hautnah kennen.
Neben dem bereits erwähnten Pete Goss auch Mike
Golding, der als Skipper von Group 4 die BT Global Challenge 96/97 gewann.
Aber auch Andrew Hindley, damaliger Skipper von 'Save the Children' und
mein Trainingsskipper, späterer Co-Skipper des größten, aber leider zu früh
gesunkenen, Katamarans 'Team Philips' unter Skipper Pete Goss, und heutiger Race
Control Chef des nächsten Volvo Ocean Races.
  Ich
könnte noch viele weitere Namen nennen, die ich während der Regatta und danach
persönlich kennen gelernt habe, aber das würde den Umfang der Seite sprengen.
Dazu gehören unter anderem Steve Fosset, Ellen Mac Arthur, Tim
Kröger,
Wilfried Erdmann und andere.
Das Segeln nach der Weltumsegelung
Das Segeln nach der Weltumsegelung war leider
nicht mehr so umfangreich und spektakulär. Zusammen mit Karl-Heinz Böhm nahm
ich 1998 an der Kieler Woche teil. Ich segelte bei zwei Überführungstörns mit
und segelte ein paar mal im Ijsselmeer und noch einmal im Solent und in der
irischen See.
Aus zeitlichen, beruflichen und örtlichen
Gründen war es das leider mit dem Segeln :-(
Ich bin aber weiterhin bei fast allen großen
Weltumsegelungs- und Hochsee Ereignissen live dabei. Beim Start und Ziel aller Global
Challenge Regatten, beim Start von The
Race in Barcelona am 31.12.2000, bei Open 60 Regatten, beim Start und
Zieleinlauf des Volvo
Ocean Race 2001/02 mit der illbruck
und so weiter. Immer in erster Reihe dank Presseakkreditierung.
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