Als erster deutscher Amateur Regattaweltumsegler in Ost-West-Richtung 1996/97

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Beruflicher Werdegang

Die Ausbildung

Ich habe die EDV, bzw. das programmieren von Grund auf gelernt. Allerdings ohne, dass ich jemals eine echte EDV Ausbildung genossen habe.

Es begann 1980 mit 16 Jahren, als ich den Grundkurs Informatik im Eduard-Spranger Gymnasium in Landau besuchte. Wir lernte die EDV ohne Computer! Im Trockenkurs, denn die Schule hatte noch keinen Computer. PC's gab es noch nicht bzw. sie wurden gerade erfunden. Wir lernten die Programmiersprache Pascal und durften nach einem halben Jahr die Großrechenanlage der UNI Landau (damals Erziehungswissenschaftliche Hochschule) benutzen. Wir mussten unsere kleinen Programme (Biorhytmus etc.) noch auf Lochkarte stanzen und dann vor der Stahltür des Rechenzentrums abgeben. Alle Stunde kam ein Mann im weißen Kittel, holte die Lochkarten ab und lieferte meterlange Ausdrucke auf A3 Endlospapier ab. Meist mit Fehlermeldungen.

Ein Jahr später bekam die Schule einen (!) Apple II Rechner. Mit zwei Floppy Laufwerk. (Keine Festplatte!). Etwa eine Stunde pro Woche konnte ich am Apple programmieren. Nicht viel Zeit, aber versuchten sie immer optimal zu nutzen.

Erste berufliche Erfahrungen

Nach dem Abitur, einem fast einjährigen Aufenthalt in England und zum Start des Studium der Betriebswissenschaften an der UNI Mannheim, kaufte ich mir aus Ersparten einen Commodore C64 samt Floppy Laufwerk 1541. Das war damals DER Rechner überhaupt. Genau 1.995 DM kostete mich der Rechner samt Laufwerk. Das Doppelpack Disketten, zwei 5.25" Zoll Disketten von Verbatim mit je 160KB Kapazität, kosteten zusätzlich DM 19.90 (!).

Das Geld für einen Drucker hatte ich nicht mehr. So besuchte ich regelmäßig den Commodore Laden in Landau, um meine selbstgeschriebenen Programme auszudrucken. Der Inhaber erkannte schnell, dass ich was 'drauf' habe und so half im Laden oft aus, beriet die Kunden und bastelte an den Rechnern rum.

Mit der Zeit verbrachte ich immer mehr Zeit im Laden. Ich entwickelte Software auf dem Commodore C64, aber auch auf den Profi Rechnern Commodore 8096/8296. Z.B. eine komplette Versicherungsverwaltung für Versicherungsvertreter und eine Fahrschulverwaltung für Fahrschulen. Das Studium der BWL wurde immer mehr zur Nebensache.

Universität

Auf der Uni wurde ich zum Kaufmann ausgebildet. Auch wenn ich es ohne Abschluss beendet habe (mir fehlt lediglich die eigentliche Diplomarbeit), hat es einen wichtigen Grundstock für meine berufliche Karriere gesetzt.

Ich kann jeden nur empfehlen, der die Möglichkeit hat zu studieren, es auch zu tun. Beim Studium steht meines Erachtens die Wissenvermittlung nur an zweiter oder gar dritter Stelle. Gelernt habe ich auf der Uni im Wesentlichen zu lernen. Ich kann Neues sehr schnell aufnehmen und Themengebiete, auch unbekannte, schnell und gut strukturien.

Dort lernte ich auch die Programmiersprachen Fortran und Cobol auf einer Siemens Großrechenanlage mit dem Betriebssystem BS2000.

Kaufmännische Anwendungssoftware

Als die Commodore PC's auf den Markt kamen war ich von Anfang an dabei. Wir verkauften die kaufmännischen Free-Licence Programme von KHK (heute Sage). Ich wurde zwangsläufig Spezialist für Programme im Bereich Finanzbuchhaltung, Auftragsbearbeitung, Lohn- und Gehalt, Anlagenbuchhaltung und Handwerkersoftware. Unter der Programmiersprache Microsoft Quick Basic entwickelte ich etliche Zusatzmodule für die KHK Software. Das waren z.T. komplette Anwendungen, z.B. eine Logistikverwaltung für einen Chemiefabrik in Karlsruhe und eine kaufmännische Abwicklungs- und Kalkulationssoftware für eine Druckerei.

Mit dem KHK Handwerkerpaket zählten plötzlich etliche Sanitär/Heizung/Klima Handwerksbetriebe in der Gegend zu unseren Kunden. An der Entwicklung des KHK Handwerkerpaketes war ich aktiv beteiligt. Ich hatte mehrere Treffen mit den Chefentwicklern von KHK und auch mit Herrn KHK Karl-Heinz Killeit.

Selbstständigkeit

Ende der 80er Jahre brach ich mein BWL Studium kurz vor der Diplomarbeit ab, um mich komplett der EDV zu widmen. Ich übernahm als Mitinhaber und alleiniger Geschäftsführer den 'Computerladen an der Ecke', den ich kennen gelernt hatte, weil ich mir keinen Drucker leisten konnte. Später kam noch ein französischer Computer Versandhandel dazu.

Aufgabe

Im April 1991 machte ich beiden Firmen zu, weil sie sich finanziell nicht mehr lohnten Auf gut deutsch, ich war pleite. Das Hardwaregeschäft war mit dem Aufkommen der Media-Märkte und Co ruinös geworden. Das Software Geschäft war zwar profitabel, aber dennoch so zeitintensiv, dass es die Verluste aus dem Hardwaregeschäft nicht auffangen konnte. Und ohne Hardware konnte man damals schwer Software verkaufen.

Auslandserfahrung

Im Mai 1991 zog ich nach London/England, um dort neue Berufserfahrung zu sammeln. Bei der Firma Lakeview Computer Services Ltd. fing ich als Junior Programmer an. Dort schrieb ich kaufmännische Software (Auftragsbearbeitung, Fibu, Lagerwirtschaft etc.) unter DOS in der Computersprache TAS. Wir vertrieben logischerweise auch Hardware, so dass ich PC's zusammenschraubte, komplette Netzwerke einrichtete, inkl. eigenhändiger Verkabelung ganzer Fabriken. Innerhalb der drei Jahre in London avancierte ich zum Senior Programmer und Technischen Leiter auf.

Hier in England, bei der Firma Lakeview, lernte ich, wie man mit Hardware und Software Geld verdienen kann. Es war eine sehr schöne Zeit, aber nach drei Jahren plagte mich dann doch das Heimweh nach Deutschland. Ich wollte in England nicht alt werden.

Zurück in Deutschland

Im Januar 1994 heuerte ich bei der Firma Traschütz Software Systeme in Klingenmünster bei Landau an. Es war ein kleines Softwarehaus mit eigener Handwerkersoftware. Ich kannte den Chef, Gerhard Traschütz recht gut, da ich ihm vor Jahren als Commodore Händler Computer verkaufte und ihm bei der Programmierung seiner ersten eigenen Programme tatkräftig unterstützte.

Zusammen mit Gerhard Traschütz entwickelte ich unter Microsoft Visual Basic für Windows eine Bildpreisliste für die Handwerkerbranche. Es war damals ein bahnbrechendes Programm. Auf diversen Messen lernte ich meinen damaligen Mitbewerber und heutigen Chef Gerald Bax von Label Software kennen. Da wir im Bereich Bildpreisliste keine Konkurrenten waren, vermittelte er mir einen Kontakt, der später zum Großabnehmer für die Megabild Preisliste wurde. Es war X.Y. (Name darf ich nicht nennen), Mitarbeiter des Sanitär und Heizung Großhandels Wesemeyer in Hamburg.

Gut ein Jahr nach dem ich bei Traschütz angefangen hatte, verkrachte ich mit ihm und kündigte fristlos. Einen Monat später fing ich bei Wesemeyer in Hamburg an. Als inhouse Software Entwickler für die hausinterne Auftragsabwicklung. Das System lief auf einer VAX/Unix Anlage mit der Programmiersprache Mumps (M). Meine erste echte Begegnung mit einer Großrechenanlage, die mir sehr gefiel, denn ich wollte Erfahrung sammeln. Nur PC's erschien mir zu eingleisig.

Während meiner Tätigkeit bei Wesemeyer hatte ich engen Kontakt zu meinem ehemaligen Mitbewerber und heutigen Arbeitgeber Label Software. Wir trafen uns öfters und entwickelten Ideen für moderne, zukunftsweisende Software. Es wurde ein sehr interessanter Gedankenaustausch.

Die Auszeit

September 1996 verließ ich dann Wesemeyer, um an einer fast einjährigen Regatta Weltumsegelung teilzunehmen.

Der jetzige Job

Drei Monate vor Ende meiner Weltumsegelung, im April 1997, ich war gerade in Kapstadt, erfuhr ich von meinem Bruder Carsten, ich möge mal bitte Gerald Bax von Label Software anrufen. Als ich anrief erhielt ich folgende Frage: "Du bist doch nach der Rückkehr von der Weltumsegelung arbeitslos, oder?". "Ja". "Hättest du Lust bei mir anzufangen?". "Errm, warum nicht. Wenn's Geld stimmt.". "Was willst du haben?". "Nun, mindestens das gleiche wie vorher bei Wesemeyer.". "Wieviel ist das?". "Nun, xyz DM". "Okay, wenn du willst kannst du im Juli anfangen."

So ergab es sich, dass ich 4 Wochen nach der Rückkehr von der Weltumsegelung wieder in Lohn und Brot stand. Mein Chef organisierte mir noch während ich auf See war eine Wohnung, in der ich bis noch vor 3 Jahren und über 10 Jahre lebte.

Anfangs arbeitete ich mich in die Programmierung ein. Wir stellten das Windows 3.11 Programm gerade auf Windows 95 um. Schnell übernahm ich auch vor Ort Installation und Schulung. Kurze Zeit später auch Verkauf. 1999 und 2000, wo wir sehr viel verkauft haben, habe ich in manchen Monaten mehr Nächte in Hotels als im eigenen Bett verbracht.

Mit dem Verkauf rutschte ich auch immer mehr in das Marketing herein. Ich entwickelte das Layout der Prospekte, entwickelte von Grund auf unsere Internetpräsenz, fing an eine Hauszeitung zu entwickeln u.s.w.

Ich war aber immer hauptsächlich Programmierer, was ich auch heute noch vornehmlich bin. Den marketingtechnischen Kram habe ich komplett abgegeben und widme mich wieder der eigentlichen Hauptaufgabe, der Programmierung. Allerdings bin ich inzwischen auch für die Datensicherheit und den Datenschutz (Datenschutzbeauftragter), sowie Webmaster und zustäncig für die Internet Programmierung.

An Arbeit und Abwechslung fehlt es mir also nicht. Deshalb arbeite ich auch sehr gerne und mit viel Spaß bei Label Software. Ich kann mir auch durchaus vorstellen, in dieser Firma alt zu werden. Obwohl, wer meinen Lebenslauf kennt, der weiß auch, dass nichts sicher ist und dass man nicht selber, sondern das Leben an sich die Zukunft bestimmt.

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