Mein Hobby Fliegen
Ich bin seit dem 12. Juni 2003 Inhaber der PPL-A Privatpiloten Lizenz. D.h., ich darf "einmotorige, kolbenbetriebene Land-Flugzeuge mit bis zu 2 Tonnen Abfluggewicht" fliegen. Des weiteren habe ich das deutsche und englische Sprechfunkzeugnis (BZF1 und BZF2).
Es ist mein schönstes Hobby. Es macht wahnsinnig viel Spaß und ich versuche so viel wie möglich zu fliegen. Leider sind die Kosten eine Restriktion. Fliegen als Privatpilot ist nicht billig, aber jeden Cent wert! (Eine Flugstunde kostet ca. € 160 und eine Landung im Schnitt ca. € 7)
Ich habe inzwischen viele 100 Stunden Flugerfahrung, sowie unzählige Starts und Landungen und die Berechtigung für folgende drei Flugzeugmuster:
2-sitzige Cessna 152 4-sitzige Piper PA28 4-sitzige AG5B Tiger
Ich habe kein eigenes Flugzeug, sondern fliege im LSV Luftsportverein Bielefeld-Gütersloh e.V. Dort stehen mir 11 Flugzeuge zur Verfügung. Angefangen von drei 2-sitzigen Cessna C152, über die drei 4-sitzige Cessna 172 und drei 4-sitzige Piper PA28 hin zu zwei 4-sitzigen Tiger AG5B.
Neben Freizeit- und Urlaubsflügen zu unterschiedlichen Zielen mache ich auch Rundflüge mit Freunden und Bekannten. Mehr dazu unter Rundflüge.
Im Mai/Juni 2004 habe ich mit einem Freund, der zusammen mit mir den Flugschein erworben hat, einen 8-tägigen Urlaubsflug ans Mittelmeer durchgeführt. Wir sind dabei in seiner AG5B Tiger von Bielefeld über Trier, Besancon, Grenoble, Cannes, Marina di Campo (Elba), Albenga, Cannes, Montelimar, Lyon und Freiburg zurück nach Bielefeld geflogen.
Insgesamt bin ich schon folgende Flugplätze als PIC (Pilot in command) angeflogen:
In Deutschland: Bielefeld, Oerlinghausen, Paderborn-Haxterberg, Paderborn, Münster-Telgte, Münster, Arnsberg, Meschede, Korbach, Melle, Damme, Höxter, Porta-Westfalica, Hannover, Peine, Stadtlohn, Marl, Altena, Korbach, Leer, Hartenholm, Kiel, Freiburg, Trier, Lachen-Speyerdorf.
In Europa: Besancon, Grenoble, Cannes (alle Frankreich), Albenga (Italien).
Als Copilot (Funker/Navigator) auch: Osnabrück, Kassel, St. Peter Ording, Marina di Campo (Italien), Montelimar (Frankreich), Lyon-Bron (Frankreich).
Immer wieder werde ich gefragt, ob ich denn auch schon kritische bzw. gefährliche Situationen erlebt habe. Schließlich ist das Fliegen in den Augen vieler Leute hochgradig gefährlich. Nun, das Fliegen ist nicht sonderlich gefährlich. Das Gefährlichste am Fliegen ist die Fahrt mit dem Auto zum Flugplatz! 99,9% aller Flugzeuge sind technisch besser in Schuss, als ein Auto, welches frisch aus der Inspektion kommt. Außerdem gewährleisten umfangreiche Vorflugkontrollen, dass wirklich alles in Ordnung ist. Jeder, auch noch so kurze, Flug wird umfangreich vorbereitet. Die Ausbildung und der Prüfungsflug schließen den Umgang mit kritischen Situation ein. Z.B. Motorausfall in verschiedenen Situationen, Notlandeübungen, rückwärtiges Abkippen im extremen Steigflug mit Trudeln durch Verlust der Auftriebsfähigkeit, Steilkurven, extremer Langsamflug etc.
Ich selber habe als PIC (Pilot in command) gücklicherweise noch nie eine wirklich kritische Situation erlebt. Schwierige schon, z.B. sehr schlechte Sicht inkl. Regen, Starkwind und Böen, sowie Anflug internationaler Flughäfen mit viel kommerziellen Verkehr. Als Co-Pilot bin ich schon in schweren Sturm geraten (50 Knoten/90 kmh Wind). Das war im französischen Rhonetal inkl. einer Sicherheitslandung auf den Grasplatz von Montelimar.
Der Entschluss Pilot zu werden, sowie meine Ausbildung
Wann der Entschluss kam Pilot zu werden kann ich gar nicht genau sagen. Fliegen hat mich schon lange interessiert, spätestens als ich als 18-jähriger zum ersten Mal geflogen bin. Mit einer Linienmaschine nach Johannesburg und anschließend mit einer 10-sitzigen durch das Bergland von Lesotho.
Bei meinem Aufenthalt in Wellington im Januar 1997 während meiner Weltumsegelung traf ich zwei deutsche (Hamburger) Piloten, die in einer 4-sitzigen Maschine um die Welt geflogen sind. Ich bekam auch die Chance zu einem Rundflug. Ich denke mal, dass die beiden die Auslöser waren. Auch wenn sie wenige Monate später in Kanada abgestürzt sind und nur einer schwer verletzt (Verbrennungen dritten Grades auf 85% der Körperoberfläche) überlebt hat. (Mehr dazu weiter unten unter 'Vorgeschichte').
Eines schönen Sonntag nachmittags im August 2002 saß ich an meinem Wohnzimmerfenster und sah mal wieder die Flugzeuge die an dem 10 Minuten entfernten Flugplatz Bielefeld landeten. Ich dachte mir, du bist erfolgreich um die Welt gesegelt, aber zum Segeln kommst du derzeit wenig, weil die Küste so weit entfernt ist. Der Flugplatz ist nah, warum nicht fliegen? Okay, das kostet 'ne Menge Geld, aber als du dich für die Weltumsegelung entschieden hattest, war das Geld auch nicht da und irgendwie klappte es dann doch. Aber in zwei Jahren kann es so weit sein. Warum sich nicht schon jetzt mal informieren? Am Montag Abend rief ich bei der Flugschule an und unterhielt mich mit einer sehr enthusiastischen Fluglehrerin für fast eine Stunde. Wir verabredeten uns für Samstag auf dem Flugplatz. Es passierte was passieren musste - ich meldete mich an und wurde Mitglied im Luftsportverein Bielefeld-Gütersloh e.V. 4 Tage später war mein erster Flug.
3 Monate später, am 17. November 2002 war es soweit. Ich bin meine ersten Platzrunden ganz alleine flogen. Kein Fluglehrer neben mir. Es war ein unbeschreibliches Gefühl! Der platz rechts neben mir, wo normalerweise der Flugsehre sitzt war leer! Ganz alleine in der Maschine. Als ich in der Luft war und meine Platzrundenhöhe erreicht hatte, schaute ich nach rechts auf den leeren Platz und jubelte. Doch dann bekam ich plötzlich einen Schreck. Ich zuckte regelrecht zusammen. "So einfach kann das nicht sein - irgendetwas habe ich vergessen!". Ich prüfte alle Instrumente, aber alles war im grünen Bereich. Ich fliege alleine! Es klappt! Wahnsinn! Aber jetzt die Landung. Wird sie klappen? Warum nicht, denn das hatte ich schon gut 100 mal vorher gemacht. Sie klappte. Danach weitere 3 Platzrunden. Ich habe mich freigeflogen!
Aber noch war es ein weiter Weg. Die Theorie Prüfung stand bevor. 80 Stunden Theorieunterricht und eine 4-stündige schriftliche Prüfung. Zwischen Weihnachten und Neujahr belegte ich einen 4-tägigen Crashkurs um die 80 Stunden voll zu kriegen. Im Februar war die Theorieprüfung. Ich büffelte wie ein Wahnsinniger und habe sie aber auch mit Bravour bestanden. Mit weniger gab ich mich aber auch nicht zufrieden. Danach folgte noch das englische Sprechfunkzeugnis. Das deutsche hatte ich schon im Oktober gemacht.
Am Donnerstag den 12. Juni 2003 war es dann soweit. Prüfungsflug. Ich wollte es eigentlich am Freitag, den 13. machen, aber das lehnte mein Prüfer ab. Ich flog alleine von Bielefeld nach Münster-Telgte, um meinen Prüfer dort in Empfang zu nehmen. Der verspätete sich aber um eine Stunde, weil er wegen der bevorstehenden Beerdigung von Jürgen W. Möllemann am Samstag noch Luftraumbeschränkungsgebiete definieren musste (der Papparazi wegen). Der Prüfungsflug selber verlief super. Mein Prüfer, Herr Gotthardt, war ein super Kerl. Er sah aus wie der Bruder von Norbert Blüm. Am Ende des einstündigen Prüfungsflug sagte er "Herzlichen Glückwunsch, Sie haben bestanden", stieg er aus der Cessna C152 und verschwand bevor ich es richtig fassen konnte. Ich flog zurück nach Bielefeld mit einem wahnsinns Gefühl. "Ich bin Pilot!".
Vier Tage später holte ich meinen Flugschein bei meinem Fluglehrerehepaar Birgit Bergeest und Wolfgang Gerdes zuhause ab. Gleich am nächsten Tag unternahm ich meinen ersten kurzen Flug als "echter Pilot".
Die Vorgeschichte
Das Fliegen hat mich schon immer fasziniert, auch wenn ich sehr spät damit in Berührung kam.
Mein erster Flug war Ende 1982, als ich fast 19 Jahre alt war. Ich besuchte meine Eltern in Lesotho/südliches Afrika, die dort seit fast einem Jahr lebten. Es ging mit einer DC9 von Luxemburg nach Madrid und dann mit einer DC10 nach Johannesburg mit Zwischenlandung in Nairobi. Mein Gepäck flog allerdings nach Lagos und das habe ich erst 11 Monate später wieder gesehen.
In Lesotho angekommen flog ich gleich am nächsten Tag zusammen mit meinem Vater in einer 10-sitzigen Maschine in die Berge. Mein Vater musste in einem Krankenhaus den Dieselgenerator reparieren. Von der Hauptstadt Maseru ging es mit einer Zwischenlandung in Leribe/Hlotse nach Mokhotlong. Der Pilot flog im Tiefflug und mit aufheulenden Motor über das Krankenhaus des kleinen Bergortes, damit das "Flugplatzpersonal" zum Flugplatz kam. Wir verbrachten dort zwei Nächte und flogen dann über Thaba-Tseka zurück nach Maseru. Die Zwischenlandung war allerdings nicht geplant. Auf Grund schlechten Wetters musste der Pilot umdrehen und im sehr steilen Sinkflug in Thaba-Tseka landen. Nach einer Stunde ging es weiter. Nach 6 Wochen Urlaub ging es von Johannesburg über Nairobi und Madrid zurück nach Luxemburg.
Zwei Jahre später flog ich nochmals auf Urlaub nach Lesotho. Diesmal fand allerdings kein Flug in Lesotho statt. Lesotho Airlines war fast pleite und es wurden keine inländische Flüge mehr durchgeführt. Ich flog aber zusätzlich von Johannesburg bis nach Maseru. Auf dem Rückflug von Maseru nach Johannesburg war das einzige Flugzeug von Lesotho Airlines defekt (ein Follow-Me Fahrer ist in die Tragfläche gefahren!) und ich musste mit einer südafrikanischen DC3 fliegen. Das war ein sehr interessanter Flug. Bei der DC3 steigt man hinten ein, auf Grund des Spornrads steht es schräg und man musste regelrecht an den Sitzen entlang nach oben klettern. Nach dem Servieren einer Cola verschwand die südafrikanische Stewardess in der Toilette und kam erst eine Stunde später kreideweiß zur Landung wieder raus.
Meine nächsten Flüge fanden erst knapp 8 Jahre später statt. Als ich drei Jahre in London wohnte flog ich fast 4 mal pro Jahr mit Linienmaschinen nach Deutschland. Aber auch zwei mal von London nach Basel. Auch in den folgenden Jahren und bis heute flog und fliege ich mindestens ein- bis viermal pro Jahr in Linienmaschinen nach England. Zusätzlich bin ich 1998 nochmals nach Lesotho geflogen. Von Frankfurt über Dubai und Johannesburg nach Bloemfontein.
Während meiner Weltumsegelung 1996/97 traf ich in Wellington/Neuseeland zwei deutsche Piloten (Bernhard Heitz und Harald Fresenius, die versuchten, mit einer einmotorigen Mooney um die Welt zu fliegen. Sie waren in Hamburg gestartet und über Asien und Australien in Wellington angekommen. Zusammen mit Harald Fresenius und meinem Skipper Tom O'Connor, der Hubschrauber Pilot bei der irischen SAR Staffel war, machten wir einen 30-minütigen Rundflug über Wellington. Ein traumhaftes Erlebnis. Bernhard und Harald machten in Wellington 3 Monate Pause um in Deutschland wieder Geld zu verdienen. Der Zufall ergab, dass zum Zeitpunkt wo wir mit der Regatta in Boston ankommen sollten, die beiden auch in Boston eintreffen wollten. Wir planten uns dort wieder zu treffen und sie wollten die Regatta per Überflug begrüßen. Dieser Überflug fand aber leider nicht statt. Ich rief in Deutschland an, um mich nach den beiden zu erkundigen. Ich erfuhr, dass die beiden eine Woche zuvor in Kanada abgestürzt sind und mit schwersten Verbrennungen im Krankenhaus liegen. Überlebenschance fast Null. Ein paar Tage später erzählte man mir, sie seien beide tot.
Wenige Monate vor meinem Prüfungsflug zum Privatpiloten, im März 2003, erzählte mir ein Mitschüler von einem Buch über den Versuch zweier Hamburger mit einer einmotorigen Maschine um die Welt zu fliegen, dabei aber in Kanada abgestürzt sind. Einer der beiden hat überlebt und das Buch "Phoenix - Das Leben nach dem Feuer" geschrieben. Ich sagte sofort, wenn ich nicht wüsste, dass die beiden tot sind, kenne ich die. Ich besorgte mir sofort das Buch. Es war zwar lange vergriffen, aber über den Amazon Gebrauchtbuchhandel bekam ich noch ein Exemplar. Und siehe da, sie waren es wirklich. Bernhard hat es also überlebt. Ich schaffte es mit ihm in Email Kontakt zu treten. Er erinnert sich noch sehr gut an mich. Da er aber in Los Angeles wohnt, haben wir es noch nicht geschafft, uns zu treffen.
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