Mein Hobby - EDV
Schulzeit
Ich interessiere mich für die EDV seit meinem 16ten Lebensjahr. Damals habe ich den ersten Informatikkurs im Eduard Spranger Gymnasium besucht. Das war 1980. Mein damaliger Lehrer Herr Zeidler war ein hervorragender Lehrer und ist im Wesentlichen "Schuld" daran, dass ich die EDV zu meinem Beruf gemacht habe.
Im ersten Jahr, 11te Klasse - 1980, haben wir EDV im Trockenkurs gehabt. Ohne Zugang zu einem Rechner. Wir lernten die Programmiersprache Pascal. Im zweiten Jahr durften wir dann an den Großrechner der örtlichen Hochschule. Unsere selbsterstellten Programme, wie z.B. ein Biorhythmus, mussten wir per Lochkarte erfassen und dann an der Stahltür neben dem Erfassungsraum abgeben. Etwa eine Stunde später bekamen wir das Ergebnis auf langen DIN A3 großen Endlosausdrucken. Meistens waren es aber ellenlange Fehlerprotokolle.
Der Apple 2
Im gleichen Jahr bekam unsere Schule dann einen (!) Apple 2. Mit inzwischen gut 20 Schülern konnten wir jeden Monat maximal ein bis zwei Stunden am Apple arbeiten. Große Programme erstellten wir nicht. Aber wir waren ja schon mit sehr wenig zufrieden.
Der Commodore C64
Der Spitzencomputer war damals unser Apple 2. Weit verbreitet war auch der Commodore VC20 und später dann der Commodore C64. Dessen Lebensgeschichte habe ich von seiner Geburt bis zum Tod (und teilweiser Wiederaufstehung) sehr aktiv miterlebt.
Den ersten eigenen C64 mit einer Floppy 1541 hatte ich aber erst kurz vorm Abitur 1982. 2000 DM hat mich der Spaß gekostet. Für einen Drucker langte das Geld nicht mehr. Ich habe den C64 nie zum Spielen benutzt, sondern immer für sinnvolle Anwendungen. Z.B. habe ich eine deutsche Betriebssystem Version programmiert. Fertige Sachen haben mich nie interessiert. Ich musste immer was eigenes programmieren.
Da ich aber keinen eigenen Drucker hatte, ging ich mit einer Diskette voller Sourcecode immer zum örtlichen Commodore Händler. Der Inhaber erkannte schnell meine Fähigkeiten und ich verbrachte immer mehr Stunden in dem Laden um Kunden zu beraten und kleine und später auch größere betriebswirtschaftliche Anwendungen für seine Kunden zu schreiben.
Kaufmännische Software auf Commodore Systemen
Auf dem Commodore 8000er Rechner habe ich in den 80er Jahren unter anderem ein komplettes Verwaltungsprogramm für Versicherungsvertreter geschrieben, auf dem Commodore C64 und später den Amiga 1000/500 zusammen mit einem Fahrlehrer ein Fahrschulverwaltungsprogramm.
Der erste PC
Den ersten Kontakt mit einem PC bekam ich 1984 auf der Landauer Wirtschaftswoche - einer Regionalmesse. Dort stellte der Commodore Händler aus und ich war Standpersonal. Unsere Attraktion waren zwei Commodore PC 10 (4.77 MHz, 2x5.25" Diskettenlaufwerke, keine Festplatte, 640 KB RAM, MS-DOS 2.0, 12 Zoll Grün Monitor).
Am Tag vor dem Messestart wurden die beiden PC's angeliefert. Wir packten sie gespannt aus und stellten sie aus. Software zum Vorführen hatten wir noch nicht. Ich hatte den Commodore PC vorher noch nie gesehen, wohl aber IBM PC's. Gearbeitet mit einem PC hatte ich auch noch nicht. Der ca. 10-jährige Sohn eines Ausstellers vom Nachbarstand (IBM Händler Data Service) sagte, "Ey, der Einschaltbildschirm mit dem C> Prompt ist aber langweilig" und tippte eine wenig auf dem Gerät rum. Er rief mich zu ihm, er schaltete den PC am Hauptschalter aus und dann wieder an. Nach weniger als 1 Minute erschien auf dem Bildschirm der Text "Herzlich Willkommen auf der Landauer Wirtschaftswoche bei der CSV Computer und Software GmbH". Die Verblüffung stand mir im Gesicht. Nur Einschalten und ein Programm startet. Beim C64 und den Commodore 8000er Geräten musste man erst einen Startbefehl eingeben oder z.B. "Shift-Run" drücken. Ich war inzwischen 20 Jahre alt und so ein 10-jähriger führte mich regelrecht vor. Das konnte ich nicht auf mich sitzen lassen und innerhalb weniger Monate war auch ich ein Profi in Sachen PC und MS-DOS.
Kaufmännische Software mit KHK
Auf den Commodore PC's setzen wir fortan vielfach die kaufmännischen KHK Programme (heute Sage) ein. KHK kam damals gerade auf den Markt. Ich lernte den Gründer und jahrzentelangen Chef von KHK, Karl-Heinz Killeit, mehrfach persönlich kennen. Damals hatte er noch weniger als 10 Angestellte. Ich habe bei sehr vielen Unternehmen die KHK Software (Auftragsbearbeitung, Fibu, Lohn/Gehalt) und vor allem auch das Handwerkerpaket (speziell für die SHK Sanitär/Heizung/Klima Branche) installiert und geschult. Bei der Entwicklung des KHK Handwerkerpaketes habe ich aktiv als Berater mitgewirkt.
Hardware Export
Inzwischen bin ich Miteigentümer und Geschäftsführer des kleinen Computer Ladens CSV Computer und Software GmbH geworden. Zusammen mit meinem Geschäftspartner haben wir Tausende von C64 nach Frankreich exportiert. Die meisten bezogen wir Mitte der 80er Jahre von Manfred Schmitt, dem Inhaber von Orgel Schmitt, später Computer Schmitt und danach ESCOM (damals direkte Konkurrenz zu Vobis). Ich habe Manfred Schmitt kennen gelernt, als sein Büro noch im Keller seines Privathauses war. Er hat damals sehr schnell sehr viel Geld verdient. Beim Beladen eines InterRent LKW's mit Tausend Commodore C64 in seiner Lagerhalle zeigte er mir stolz seinen unter einer Decke versteckten roten Ferrari.
Der Commodore Spezialist
Später übernahm ich die Firma CSV Computer und Software GmbH unter dem neuen Namen CSV Computer Systeme GmbH und wurde alleiniger Geschäftsführer.
Im Umkreis von fast hundert Kilometern waren wir jahrelang die einzige Firma, die alle Commodore Computer reparieren konnten. So richtig mit Lötkolben und alle Ersatzteile hatten wir auch immer in ausreichender Anzahl auf Lager.
Expansion und Ende
1989 expandierten wir nach Frankreich und gründeten den EDV Versandhandel PC-SHOP. Nach einem Büro in Wissembourg im Nord Elsaß gab es dann noch ein Büro in Strasbourg.
Als die Discounter Metro etc. auf dem Markt kamen wurde das Hardwaregeschäft immer unlukrativer. Ein Epson LX500 Drucker kauften wir damals für 450 DM ein und verkauften ihn für 495 DM. Lehrer gehörten damals wie heute zu den schlimmsten Kunden. 2 Stunden Beratungsgespräch und dann kauften sie doch beim Discounter. Und am Samstag um 13:59 kamen sie in unseren Laden, um noch Farbbänder zu kaufen oder zu fragen, wie denn der Drucker, obwohl sie ihn nicht bei uns gekauft haben, funktioniert.
Desweiteren hatten wir das Problem, dass der damals größte IBM Händler, die Data Service GmbH unter der Leitung von Günter Hirschmann, dem Informatik Lehrer des Max-Slevogt Gymnasiums in Landau, im Nebengebäude ansässig war und wir teilweise sogar dessen Untermieter waren.
Ab nach London
1991 hatte ich dann die Schnauze voll. Geld hatte ich schon lange keines mehr verdient, denn die Kosten waren höher als der Umsatz. Ich seilte mich ab und wollte Computererfahrung im Ausland sammeln. In London fand ich einen Job als Programmierer in dem mittelständischen Softwarehaus Lakeview Computer Services für kaufmännische Software. In dem ca. 12 Mitarbeiter großen und gut laufenden Betrieb wurde ich vom Junior Programmierer schnell Senior Programmierer und dann Technischer Leiter. Ich programmierte unter der 3GL Sprache TAS und später LIL (eine Eigen-/Weiterentwicklung von TAS) mit Anbindung an die Btrieve (später Pervasive) Datenbank. Bei Lakeview betreute und installierte ich auch zig Novell Netzwerke.
Zurück nach Deutschland
Traschütz Software/Megabild
1993 kehrte ich zurück nach Deutschland um bei der Fa. Traschütz Software in Klingenmünster/Pfalz zu arbeiten. Gerhard Traschütz war Heizungsbauer mit zwei Meisterbriefen im väterlichen Handwerksbetrieb. Zu CSV Zeiten verkaufte ich ihm einen Commodore C64 und brachte ihm die Grundzüge der Programmierung bei. Inzwischen hatte er ein eigenes Softwarehaus und verkaufte sein Handwerkerpaket MegaHandwerk auf PC's. Während meiner einjährigen Tätigkeit arbeitete ich am MS-DOS Handwerkerpaket MegaHandwerk und entwickelte zusammen mit ihm die erste Version der Bildpreisliste Megabild unter Windows. Heutzutage nennt man so etwas "Multimedia Produktkatalog".
SHK Großhandel Wesemeyer
1994 wechselte ich zum Sanitär und Heizungsgroßhandel Walter Wesemeyer GmbH in Hamburg. Der Kontakt kam zustande, weil ich denen die Megabild Bildpreisliste verkauft habe. Ich arbeitete dort als Inhouse Programmierer für die kaufmännische Software. Sie lief auf einer VAX Anlage und programmiert wurde in der Computersprache Mumps oder kurz M.
Der Name 'Mumps' hat tascächlich was mit der gleichnamigen Krankheit zu tun. Sie wurde von und für die amerikanische UNI Klink in Boston entwickelt und steht für Massachusetts General Hospital Utility Multi-Programming System.
Ich arbeitete dort gut 2 Jahre und habe dadurch meinen Wissenshorizont stark erweitert. Nach Homecomputern, PC's und Netzwerken kannte ich nun auch Unix Systeme. Vor allem im Bereich kaufmännischer Software, speziell für Klein- und Mittelbetriebe, sowie Handwerksbetriebe der SHK (Sanitär-Heizung-Klima) Branche war ich absolut fit.
Weltumsegelung
Im September 1996 verließ ich Wesemeyer, um an einer fast einjährigen Weltumsegelungsregatta teilzunehmen. Mehr dazu auf der Seite 'meine Hobbies - Segeln'.
Label Software
Im August 1997, nach der Rückkehr von der Weltumseglung, fing ich bei der Firma Label Software Gerald Bax GmbH in Bielefeld an, wo ich auch noch heute arbeite.
Label Software ist Hersteller der kaufmännischen Software Labelwin für die SHK (Sanitär/Heizung/Klima) und Elektro Branche. Ich lernte das Unternehmen auf Messen kennen, als ich für die Fa. Traschütz/Megabild gearbeitet habe. Schon seit 1994 habe ich gelegentlich Programmierungen für Label durchgeführt.
Offiziell bin ich bei Label Software 'Leitender Softwareentwickler'. Anfangs war ich aber auch viel im Verkauf und in der Schulung/ Installation tätig. Des weiteren bin ich Webmaster, Datenschutzbeauftragter, zuständig für die Datensicherheit (Datensicherung und Virenschutz) und Ansprechpartner der Support/Hotline Abteilung bei programmtechnischen Fragen. Anfangs war ich auch Redakteur der Hauszeitung, Newsletter und teilweise zuständig für die Pressearbeit, aber das übernimmt seit vielen Jahren sehr erfolgreich eine speziell dafür zuständige Kollegin.
Ein Leben voller Software
Wie man sieht bin ich der Software immer treu geblieben. Hardware inkl. "Schrauben und Löten" gehörte zeitweise auch zu meinem Gebiet, das mache ich heute jedoch sehr ungern. Aber speziell bin ich der SHK (Sanitär/Heizung/Klima) Branche treu geblieben, denn mit kaufmännischer Handwerker Software beschäftige ich mit seit 1987, also seit nunmehr 22 Jahren.
Programmiersprachen
Im Bereich Programmiersprachen habe ich fast immer in Basic entwickelt. Anfangs auf den Commodore Computern, später auf den PC's und seit 1993 unter Visual Basic. Gelernt habe ich das Programmieren aber mit Pascal. Zwischendurch programmierte ich unter TAS/LIL/Btrieve (MS-DOS) und Mumps/M unter VAX/Unix. Im Bereich Internet programmiere ich unter HTML und PHP, habe aber auch Java/Javascript Programme geschrieben.
Softwareentwicklungen
Neben meiner beruflichen Tätigkeit habe ich auch mehrere kommerzielle Sonderentwicklungen für diverse Firmen erstellt. Abrechnungssysteme, Ladung und Logistikmodule für Speditionen, Abrechnungssysteme und Verwaltungssysteme für Winzer und Weinkommissionäre, Fakturierungssysteme für Kleinbetriebe, sowie diverse Free-/Sharewareprogramme, z.B. einen Vokabeltrainer.
Internet
Das Internet habe ich kennen gelernt bevor das Wort Internet bekannt allgemein war. Schon 1992 war fast täglich mehrere Stunden online. Damals waren es Chat-Systeme und man benutzte sogenannte Offline-Reader (OLR) um die Diskussionen zu lesen und Beiträge zu schreiben. Das erste System war von Ashmount Research und hieß WigWam und PowWow. Noch heute gibt es das Programm in einer Nachfolgerversion und heißt Virtual Access. Meinen ersten "echten" Internetzugang hatte ich 1994. Damals fing IBM an eine Art Hotmail Service aufzubauen (mit wenigen tausend Teilnehmern) und ich besaß fast zwei Jahre lang die Email Adresse rainer@ibm.com.
Zwischenzeitlich habe ich etliche Webseiten entwickelt. Heute bin ich Inhaber von ca. 25 Internetadressen. Einige davon sind aber derzeit inaktiv bzw. dümpeln als Leichen herum und warten auf Reaktivierung.
|

|